Der Mustang darf nur von April bis Oktober auf die Straße – durch das Saisonkennzeichen. Und das ist gut so. Schnee, Eis, Streusalz – das alte Blech könnte dem Auto erheblich schaden, und die Kraft auf der Hinterachse macht Winterfahrten ohnehin unmöglich.

Mein Papa sagt immer: „Man muss nur schneller schweißen, als er rostet.“

Schließlich ist er ein Kalifornier – genauer: aus Dearborn. Er kennt kein schlechtes Wetter von zuhause, und hier in Mitteleuropa müsste er leiden. Also bereite ich ihn jedes Jahr sorgfältig auf seinen Winterschlaf vor.


Vorbereitung: Sauber machen & Volltanken

Bevor er in die Garage fährt, bekommt er eine gründliche Pflege: Waschen, Abtrocknen, letzte Kontrolle aller Flüssigkeiten. Dann steht eine letzte Fahrt auf dem Programm – eine lange Strecke, bei der der Motor richtig warm wird. Das ist wichtig, damit sich Kondenswasser im Tank und im Motorraum verflüchtigt. Gerade alte Autos und kurze Strecken können dazu führen, dass sich im Tank Wasser sammelt – das kann Rost von innen verursachen. Deshalb wird der Tank anschließend bis oben hin vollgetankt. Ein kleiner, aber entscheidender Schritt, um Schäden zu vermeiden.


Schritt für Schritt

1. Abstellen in der Tiefgarage

Ende Oktober fahre ich ihn in unsere warme, trockene Tiefgarage. Unter die Reifen lege ich gerundete Reifenmatten, damit sie keine Standplatten bekommen. Unter das Auto lege ich außerdem ein flaches Blech mit Kanten – der Mustang verliert ein wenig Getriebeöl. Nicht viel, aber warum sollte man den Boden unnötig dreckig machen? Wie ich immer sage: Jeder alte Ami tropft ein bisschen. Tut er es nicht, stimmt irgendwas nicht.

2. Batterie abklemmen

Ich schraube die Pole der Batterie ab – zuerst Minus, dann Plus. Die losen Kabel wickele ich in kleine Lappen ein, damit die Pole nicht korrodieren. Viel Elektronik hat ein fast 60 Jahre altes Auto natürlich nicht, Ruhestrom gibt es aber immer, auch wenn es nur minimal ist. Damit sich die Batterie also nicht entlädt, klemme ich lieber alles sorgfältig ab.

3. Batterie erhalten

Alle zwei Monate hänge ich sie an ein Batterieerhaltungsgerät. So bleibt sie voll und bereit, wenn der Mustang im April wieder die Garage verlässt.

4. Abdecken

Sobald alles vorbereitet ist, lege ich ein spezielles Autocape über ihn, damit kein Staub oder Schmutz die Karosserie erreicht.


Abschied & Vorfreude

Ein letztes Mal werfe ich einen Blick über meine Schulter. Jedes Jahr macht mich das traurig, weil ich weiß, wie sehr ich ihn vermissen werde. Gleichzeitig wächst die Vorfreude Tag für Tag – auf das erste Aufwachen im Frühling, auf neue Ausfahrten, Treffen, Schrauber-Stunden und Abenteuer.

Während er schläft, plane ich bereits die nächste Saison: Welche Treffen wir besuchen, welche kleinen Projekte ich angehen möchte, welche Schraubereien vielleicht nötig sind. das verrate ich euch aber alles im nächsten Beitrag.


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